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Eine Vorratskammer einrichten: dieser Wunsch steht schon viele Jahre auf meiner Wunschliste. Nachdem ich über die Jahre immer mehr eingekocht und haltbar gemacht habe, ging mir immer mehr der Platz aus. Und so wurde Einkochschrank und unsere kleine Speis, so nennt man in Bayern kleine Speisekammern, die meist direkt an die Küche anschließen, einfach zu klein.
Gleich zu Beginn des Jahres haben wir deshalb beschlossen, dass wir endlich einen Raum benötigen, wo alle Vorräte ihren Platz finden und nicht mehr an verschiedenen Stellen im Haus verteilt sind. Zum Glück ist unser Haus voll unterkellert und so fand sich recht schnell der optimale Raum vor unser Vorhaben „neue Vorratskammer“. Welche Kriterien der Raum erfüllen musste, wie wir bei der Planung vorgegangen sind und wie wir unsere Vorratskammer eingerichtet und organisiert haben, erfährst du in diesem Artikel.
Den richtigen Raum für eine Vorratskammer auswählen

Den optimalen Raum für eine Vorratskammer zu finden, ist gar nicht so einfach. Denn Lebensmittel haben teilweise ganz unterschiedliche Ansprüche an eine optimale Lagerung. Die können dabei auch ziemlich gegensätzlich sein.
Aber schauen wir uns einfach mal die wichtigsten Faktoren an, die bei der Lagerung von Lebensmittel Einfluss auf Qualität und Haltbarkeit haben können.
- Temperatur: Wärme kann Lebensmittel schnell verderben und z. B. sauer oder ranzig werden lassen.
- Luftfeuchtigkeit: Eine zu hohe Feuchtigkeit kann bei frischen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse schnell zu Schimmel führen.
- Licht: Auch wenn lichtdurchflutete Zimmer etwas schönes sind, im Vorratsraum solltest du auf Licht eher verzichten. Denn Licht kann nicht nur die Farbe von Lebensmittel negativ beeinflussen, sondern auch den Verderb beschleunigen. Kartoffeln keimen durch Licht z.B. sehr schnell aus.
Du kannst dir also grundsätzlich merken: Lebensmittel mögen es dunkel, kühl und trocken. Deshalb sind Küchen in der Regel kein geeigneter Platz um Vorräte langfristig zu lagern. Auch Wärmequellen wie Heizungsrohre oder Gefrierschränke, sie produzieren Abwärme, solltest du in der Vorratskammer meiden.
Klingt jetzt alles recht gut und einleuchtend, oder? In der Realität ist es aber manchmal gar nicht so einfach einen gut geeigneten Raum zu finden. Denn moderne Keller sind heute gut gedämmt und damit gar nicht mehr so kühl. Auch wir mussten da einige Kompromisse eingehen, schließlich sind nicht alle Räume gleichermaßen geeignet und auch frei verfügbar.
Eine neue Vorratskammer einrichten: unsere Raumauswahl
Unsere neue Vorratskammer ist, du ahnst es wahrscheinlich schon, im Keller. Es handelt sich dabei um ein sehr schmales Durchgangszimmer mit gerade mal einer Breite von 2 m. Insgesamt haben wir eine Fläche von ca. 10 qm. Der Raum hat aber auch 2 Türen und ist damit schon etwas eingeschränkter nutzbar. Er ist aber fensterlos und damit bleibt die Temperatur ganzjährig recht konstant.
In der Vorratskammer stehen auch unsere Gefrierschränke, das ist durch die Abgabe der Abwärme nicht ideal. Da der Raum aber immer noch deutlich kühler und im Jahresverlauf auch konstanter als unsere bisherige Speisekammer im Erdgeschoss ist, kann ich damit gut leben.
Vorratskammer einrichten: so haben wir geplant und gebaut

Durch die schmale Breite und gleich zwei Türen war der Raum nicht ganz einfach einzurichten. Also hab ich mich erstmal auf Pinterest inspirieren lassen und ein Vorratskammer-Inspirations-Board angelegt. Das hilft mir immer sehr, mir klar zu werden, was mir gefällt und was nicht und das ist auch hilfreich in der Kommunikation mit meinem Möbelbauer aka mein Mann 😉
Vorratsregale kaufen oder selber bauen?
Wir nutzen schon seit einiger Zeit Schwerlastregale* für die Aufbewahrung der Einkochgläser. Diese lagere ich in Kisten, damit sich das hohe Gewicht schön verteilt. Dafür sind sie ideal. Für unsere Vorräte sind mir das aber zu wenige Einlegeböden und so waren wir uns schnell einig, dass wir beim einrichten der Vorratskammer auf Holzregale zurückgreifen wollen.
Die Auswahl an passenden Regalen war dann recht übersichtlich und so haben wir beschlossen unsere Regale nach unseren Wünschen selbst zu bauen. Falls du dich fragst, ob das günstiger ist: nein, das ist es eher nicht. Aber so konnten wir unseren Platz möglichst optimal nutzen.
Vorratsregale nach deinen Bedürfnissen planen
Bevor wir die Vorratskammer einrichten konnten, musste erstmal ein Plan her. Dieser Punkt hat sich gefühlt ewig hingezogen und ich weiß nicht mehr wie viele Pläne ich am Ende gezeichnet habe… aber es waren so einige… und so sind wir vorgegangen:
- Raum vermessen und einen Grundriss mit allen Maßen zeichnen
- Detailliert aufschreiben, was alles im Vorratskeller gelagert werden soll.
- Vermessen bestehender Behälter z.B. Getreidefässer* und Vorratsgläser* sowie Höhe und Tiefe der bisher genutzten Regale und Schränke.
Auf Basis dieser Liste habe ich dann die ersten Entwürfe gezeichnet und so haben wir uns Schritt für Schritt erarbeitet, welche Maße unsere Regale haben sollten.
Unsere selbst gebauten Vorratsregale im Detail

Die Grundmaße der Regale sind gleich, in der Tiefe und auch im Aufbau unterscheiden sie sich jedoch. Beide Regale sind 2,40 m breit und 2 m hoch, die Regalböden sind aus Fichten-Leimholz* gebaut.
Allgemeine Vorräte, von Getreide über Konserven bis hin zum Hundefutter stehen im rechten Regal. Bei der Tiefe haben wir uns an der alten Speisekammer orientiert und Böden mit 42 cm Tiefe ausgewählt. Insgesamt stehen 6 Ebenen zur Lagerung bereit. Die unterste Ebene weicht mit ca. 56 cm Höhe von den restlichen Regalebenen ab. So konnten wir gewährleisten, dass wir unsere Getreidefässer gut unterbringen. Die übrigen Ebenen sind ca. 33 cm hoch.

Auf der linken Seite steht das Vorratsregal mit meinen eingekochten Schätzen. Hier habe ich mir eine Arbeitsfläche mit 60 cm Tiefe gewünscht. Um den Look einer Arbeitsplatte zu erreichen, haben wir hier eine etwas dickere Leimholzplatte* ausgewählt. Das obere aufgesetzte Regal hat im Gegensatz dazu nur eine Tiefe von 32 cm. Dadurch habe ich eine Arbeitsfläche (84 cm Höhe) um z. B. Gläser zu befüllen oder etwas abzustellen, während ich die Regale einräume. Das möchte ich nicht mehr missen.

Beim oberen Teil des Einkochregals sind die Ebenen jeweils mit einem Abstand von ca. 37 cm angebracht. Über die optimale Höhe habe ich ganz schön gegrübelt, mich dann am Ende aber doch für einen eher größeren Abstand entschieden, so dass ich auch 2 große Gläser stapeln könnte. Gleichzeitig habe ich kleine Regaleinsätze* gekauft, die z.B. für sehr kleine Gläser nutzen kann.

Unter der Arbeitsplatte ist nur eine Ebene mit einer Höhe von ca. 45 cm. Hier ist ausreichend Platz für Eingekochtes mit viel Platzbedarf bzw. gut stapelbaren, großen Gläsern wie z. B. meine passierten Tomaten. Darunter ist ausreichend Platz für meine Kisten mit frischen Lebensmitteln wie Kartoffeln, Zwiebeln oder die selbst angebauten Kürbisse.
Vorratskammer organisieren: System und Struktur schaffen
Die Vorratskammer einrichten ist nur der erste Schritt zum Aufbau von Vorräten. Um Vorräte im Alltag sinnvoll nutzen zu können, ist es wichtig den Überblick zu behalten. Das war in der Vergangenheit mit der unterschiedlichen Lagerorten nur schwer möglich. Deshalb war mein größter Wunsch, dass die neue Vorratskammer übersichtlich organisiert ist.

Unsere Lebensmittel sind nun thematisch nach Lebensmittelgruppen sortiert. Alles hat seinen festen Platz. Das macht es z.B. einfacher, wenn einer meiner Jungs etwas im Kellerladen holt, wie meine Bloggerfreundin Marlene die Vorratskammer liebevoll nennt. Es erleichtert dir auch das Einräumen nach dem Einkauf und ich sehe auf den ersten Blick, was fehlt und was wieder nachgefüllt werden muss.
Kleine Helferlein für Ordnung im Vorratsraum

Neben der Aufteilung der Regale haben auch ein paar kleine Hilfsmittel dazu beigetragen, dass es schön übersichtlich ist. Dank der ausziehbaren Schrankregale* kann ich z. B. bei den Konservendosen und bei kleineren Einkochgäsern, die sich nicht gut stapeln lassen, die Höhe der Ebene voll ausnutzen und verschenke keinen Platz.
Wer auf einen gut gefüllten Vorrat Wert legt, hat manchmal die Herausforderung, dass sich manche Produkte nicht gut stapeln oder aufstellen lassen und dann zwangsläufig irgendwann alles durcheinander gerät. Zumindest bei uns war das so. Deshalb habe ich für solche Lebensmittel Aufbewahrungsboxen* besorgt.

Die Besonderheit: die Boxen haben herausnehmbare Trennwände. So kann ich sie ganz flexibel nutzen. Ich habe darin z.B. Gewürze in Nachfüllpackungen oder auch verschiedene Backzutaten gelagert. Auch größere Boxen nutze ich um z. B. alle trockenen Bohnen und Erbsen aufzubewahren. Dabei kann ich innerhalb der Box nach Sorten und Ablaufdatum sortieren.
Vorräte richtig aufbewahren: meine erprobten Tipps

Getreide kaufe ich direkt bei einem Bio-Bauern in der Nähe und dann auch gleich in einer größeren Menge, meist 10 bis 15 kg pro Sorte. Getreideprodukte können schnell mal kleine Mitbewohner beinhalten. Deshalb bewahre ich sie in luftdichten, lebensmittelechten Getreidefässern* auf. Die größeren Fässer haben ein Volumen von 26 l, das ist passend für 15 kg Getreide. Im etwas kleineren Faß, habe ich noch eine etwas größere Menge Weizen Type 550. Das Weithalsfass* hat ein Volumen von 15 l.

Kleinere Mengen von Mehl, Grieß oder Polenta in Einzelpackungen kommen in eine Kiste mit Deckel. Sollten sich doch mal Motten in einer Packung einschmuggeln, dann bleibt der Befall in der Kiste und kann nicht auf den restlichen Vorrat übergehen.

Auch Reis kaufe ich gerne in größeren Gebinden. 5 kg Reis passen optimal in knapp 10 l große Frischhalteboxen*. Bei den größeren Gebinden ist es mir wichtig, dass das Ganze nicht zu schwer wird. Deshalb bevorzuge ich hier Lösungen aus lebensmittelechtem Kunsststoff. So kann ich die Box auch leicht tragen und den Reis in meine Vorratsgläser für die Küche umfüllen.

Bei kleineren Gebinden greife ich gerne auf Drahtbügelgläser zurück. Mein Lieblingsglas* hat ein Volumen von 1550 ml und hat damit eine gute Größe für unterschiedlichste Lebensmittel: von getrockneten Apfelringen, selbst angebauten Feuerbohnen bis hin zu vielen Gewürzen. Denn Gewürze, die ich sehr häufig verwende, kaufe ich am liebsten in größeren Gebinden bei Grubauer* ein.

Ich freu mich jeden Tag so sehr, dass unsere Vorratskammer jetzt so schön übersichtlich und organisiert ist. Und weißt du worüber ich mich besonders freue? Wir haben endlich Platz für ein Getränkekistenregal. Man sieht auf den ersten Blick was noch da ist und kann die Flaschen ganz bequem entnehmen.
Auf dem Regal findet sogar noch die „Das muss weg“-Kiste Platz. Darin stelle ich Lebensmittel rein, die bald aufgebraucht werden müssen. So gehen diese nicht unter und es wird nichts verschwendet.
So bleibt deine Vorratskammer dauerhaft übersichtlich
Zum Schluss habe ich noch 5 Tipps für dich, damit du möglichst lange was von deinen Vorräten hast.
- Eine gut bestückte Vorratskammer macht nur dann Sinn, wenn du deine Vorräte auch wirklich nutzt. Bevorrate also nur Sachen, die du wirklich magst und im Alltag einsetzt.
- Um immer den Überblick zu behalten, sortiere deine Lebensmittel nach Haltbarkeitsdatum. Das älteste steht immer vorne. Neue Einkäufe reihen sich hinten ein. So gerät nichts in Vergessenheit und wird dann irgendwann schlecht.
- Gib Schädlingen wie Motten keine Chance: lasse gefährdete Lebensmittel wie Mehl oder Reis nicht offen im Regal stehen. Fülle am besten in passende, luftdicht verschlossene Behälter um. Noch nicht geöffnete Packungen bewahre ich in einer großen Kiste auf. Hast du doch mal blinde Passagiere in einer Packung, breiten sie sich nicht in deinem gesamten Vorrat aus.
- Beschrifte alles, egal ob mit Etiketten oder speziellen Stiften*. Auf eingekochten Gläsern notiere ich den Inhalt und das Datum der Herstellung. Umgefüllte Lebensmittel werden ebenfalls mit Inhalt und Datum versehen, hier allerdings das angegebene Mindesthaltbarkeitsdatum. Auf den Getreidefässern halte ich die Getreideart und das Datum des Kaufs fest.
- Mach regelmäßig eine kleine Inventur und schau deine Vorräte durch. Ist bei den eingekochten Vorräten noch das Vakuum intakt? Müssen manche Lebensmittel dringend aufgebraucht werden? All diese Fragen helfen dir dabei, dass deine Vorräte up to date bleiben.
Die besten Vorräte sind nutzlos, wenn du sie im Alltag nicht verwendest. Hebe also nichts für später auf, sondern nutze sie Tag für Tag. Wenn du bei deinen regelmäßigen Durchsichten feststellst, dass du bestimmte Lebensmittel oder Lebensmittelgruppen kaum verwendest, dann kannst du dein Einkaufs- oder Einkochverhalten entsprechend anpassen. Selbst gemachte, sauer eingelegte Gurken sind bei uns in der Vergangenheit oft ewig stehen geblieben. Als Konsequenz daraus, baue ich keine Gewürzgurken mehr an und koche sie auch nicht ein. Jetzt kaufe ich nur noch nach Bedarf mal ein Glas im Supermarkt. Wenn du deine Vorräte konsequent überprüfst und hinterfragst, dann baust du dir über die Zeit eine für dich passende Vorratskammer auf.
Ich hoffe dieser Einblick hat dir gefallen und du kannst meine Tipps zum Einrichten und Organisieren einer Vorratskammer gut für dich nutzen. Wenn du noch Fragen oder Anregungen hast, schreibe mir gerne einen Kommentar.


